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Der altmodische Medienmonopolist

21. November 2008 · Keine Kommentare

Heute hatte ich die Gelegenheit, mit dem Medienmonopolisten der Zentralschweiz zu reden. LZ-Medien-CEO Erwin Bachmann gebietet in Luzern über Zeitungen, Druckereien, Radio und neu auch übers Fernsehen. Bachmann gibt sich in erfrischender Weise altmodisch, in einem Geschäft, wo sonst vielerlei Trends, Newsrooms und All-Media-Konzepte in den Köpfen der Medienmanager rumspuken. Ein Credo Bachmanns lautet: «Wir sind nicht Schraubenhersteller und auch keine Medienfabrik.» Das macht zwar die NLZ noch lange nicht zu einer Qualitätszeitung und auch das Online-Portal zisch.ch wird damit nicht besser. Trotzdem geniesst die Publizistik beim obersten Chef einen hohen Stellenwert. Man darf sich nun ausmalen, wie die Innerschweizer Medienlandschaft aussähe, wenn ein Zahlenmensch auf dem Posten sässe…

Die Haltung kann sich  Bachmann leisten. Denn erstens wird er nicht bedrängt, im Süden schützt der Gotthard vor Konkurrenz, im Osten die Mehrheitsaktionärin NZZ und im Norden kooperiert man mit AZ und BaZ bei Inseraten und Druck, vom Berner «Bund» schliesslich stammen Texte für die NLZ. Und zweitens ist das Geschäft der LZ Medien breit abgestützt, u.a. mit Druckereien, die für einen Grossteil des Geschäfts besorgt sind. Anders als viele andere Medienhäuser muss Bachmann in der aktuellen Finanzkrise nicht aufs Bremspedal stehen und Stellen streichen. Das sei nicht vorgesehen. «Dann gibts halt weniger Gewinn als 2007», sagt er gelassen.

Tags: Papier und Pixel