unabhängig und trivial

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Sie hat den Durchblick.

10. Mai 2009, Nick Lüthi  ·  2 Kommentare

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Ron Orp ist ein Schluderi

2. Februar 2009, Nick Lüthi  ·  4 Kommentare

Der Newsletter von Ron Orp erfreut sich auch in Bern grosser Beliebtheit. Mit gutem Grund. Ron kennt in deiner kleinen Stadt manche Ecke, die dir bisher verborgen geblieben ist und stöbert Veranstaltungen auf, von denen du nie etwas erfahren hättest – wäre da nicht eben Ron und seine tägliche E-Post. Beim folgenden Veranstaltungshinweis ging aber etwas schief. Nicht nur etwas, sondern eigentlich gleich alles. Man lese selbst:

Keine Sau kennt Beda Stalder oder Silvia Schroer: Macht nix, denn heute kannst du sie kennenlernen wie sie sich in die Haare geraten - denn die zwei Professorinnen können gegensätzlicher nicht sein. Dort liegt auch der Sprengstoff des Abends. Bedi glaubt an Adam & Eva und Silvi an Darwin.
Heute, 18:30, Hotel Bern

Erstens heisst der Berner Immunologieprofessor Stadler und nicht Stalder, zweitens ist er mit seinen regelmässigen Kolumnen in der Berner Zeitung, NZZ am Sonntag und Weltwoche höchstens für Analphabeten ein Unbekannter. Drittens ist Beda ein Mann und damit keine Professorin. Und viertens glaubt sicher nicht Stadler an Adam und Eva, sondern wenn schon die Bibelwissenschaftlerin Schroer mit der Stadler heute Abend die Klingen kreuzt.

Shit happens. Aber gleich so viel auf einmal dann doch eher selten.

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Was der Lateiner zur UBS sagt

28. Januar 2009, Nick Lüthi  ·  Keine Kommentare

De mortuis nihil nisi Boni

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Wirres zum «Bund» aus Berlin

5. Januar 2009, Nick Lüthi  ·  3 Kommentare

Das absehbare Ende der Berner Tageszeitung «Der Bund» wirft Wellen – inzwischen bis nach Berlin. So berichtet heute die «Berliner Zeitung» prominent über das Schicksal des Tamedia-Blatts. Besonders erhellend ist der Text von Roland Mischke leider nicht. Im Gegenteil. Schwurbel, den wir da lesen. Der beginnt bereits bei der Erklärung für den Zeitungsnamen:

Der Begriff Bund steht für die Einheit der Menschen in Kantonen, in denen vier Sprachen gesprochen werden und mentale Unterschiede bestehen.

Interessanter Versuch. Aber leider kreuzfalsch. Mit der Namenswahl «Der Bund» wollten die Zeitungsgründer vor 159 Jahren dem jungen Bundesstaat die Reverenz erweisen. Nach ein paar korrekten Fakten befindet sich die «Berliner Zeitung» wieder im Reich der Fantasie:

Klar ist wohl bereits, dass die zweite Hauptstadtzeitung, die «Berner Zeitung», die zum Kaufpaket der Tamedia AG gehörte, im «Bund» verschwinden wird.

Wahrscheinlich, ja sogar sehr wahrscheinlich, ist genau das Gegenteil: dass der «Bund» in der «Berner Zeitung» aufgehen wird. Und dann kommts ganz lustig:

Um sich von der Zürcher Konkurrenz abzuheben, publizieren alle Berner promovierten Redakteure mit ihrem Doktortitel.

Hat Redaktor Mischke je einen «Bund» in der Hand gehalten, oder gar gelesen? Doktortitel? Solche tragen etliche «Bund»-Redaktoren tatsächlich. Aber sie zeichen nie und nimmer als Dr. Artur K. Vogel oder Dr. Rudolf Burger.

Zum Schluss fantasiert der Berliner Schurnalist munter drauflos, wenn er sich an einem Vergleich zwischen «Bund» und «Tages-Anzeiger» versucht:

Schweizer Journalisten sagen, dem Tagi fehle es in bundespolitischen Angelegenheiten an Tiefe und Sachwissen, die Zeitung sei eher auf Unterhaltung aus.

Mit wem der Mischke wohl gesprochen hat? Man kann dem Tagi ja vieles nachsagen, politischer Linksdrall oder schwacher Chefredaktor, aber einen Mangel an «Tiefe und Sachwissen» in bundespolitischen Angelegenheiten?!

Um den Medienjournalismus bei der «Berliner Zeitung» steht es schlecht, wenn ein derart sinn- und faktenfreier Text durchgeht und auch noch gedruckt wird. Erklären lässt sich die Panne höchstens damit, dass auch das Blatt an der Spree unter Spardruck steht und sich die Journalisten nicht mehr die Zeit nehmen können, die erforderlich wäre, um sauber zu recherchieren.

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Ein Anruf zu wenig, oder wie die Migros-Ente watscheln lernte

18. Dezember 2008, Nick Lüthi  ·  5 Kommentare

Abschreiben ist einfacher als Recherchieren; geht schneller und man spart Telefonkosten. Ein Musterbeispiel für die beliebte Praxis liefert heute die Meldung, wonach Migros die Anzahl seiner Eigenmarken drastisch reduzieren wolle, was einem radikalen Strategiewechsel des grössten Einzelhandelsunternehmens der Schweiz gleichkommen würde. Schliesslich basiert der Geschäftserfolg des orangen Riesen massgeblich auf seinen Eigenmarken wie Aproz, Midor oder Chocolat Frey.

Ausgangspunkt der brisanten Nachricht war ein Interview mit Migros-Präsident Claude Hauser, das gestern das westschweizer Magazin L’Illustré veröffentlicht hat. Darin sagt Hauser unter anderem:

Hauser: Le temps est venu de nous recentrer.

Illustré: En supprimant certaines de ces marques?

Hauser: Exactement. Leur surabondance nous coûte trop cher en publicité.(..)

Illustré: Savez-vous déjà combien de marques vous allez conserver?

Hauser: Probablement quelques dizaines sur les 250.

Wer das liest, kann tatsächlich den Eindruck gewinnen, Hauser verkünde da eine radikale Reduktion der Migros-Eigenmarken. Doch offensichtlich sprechen der Migros-Präsident und der Journalist aneinander vorbei: Während Hauser  die Reduktion des Werbebudgets für die Eigenmarken ankündigt, geht der Journalist von der Reduktion der Eigenmarken als solche aus. Bei der Autorisierung des Interviews hat Hauser offenbar nicht beachtet, welchen Eindruck seine zweideutigen Aussagen beim Publikum (und der abschreibenden Zunft) erwecken werden. Und so kam es, wie es kommen musste.

Die Schweizerische Depeschenagentur SDA hat die vermeintlich brisante Aussage des Migros-Präsidenten gestern Abend aufgenommen und als Meldung über den Ticker rattern lassen. Rücksprache mit der Migros hat die Nachrichtenagentur nicht genommen, erklärt Unternehmenssprecher Urs Peter Naef auf Anfrage. «Eigentlich sonderbar, bei einer solch brisanten Meldung», so Naef. Hätte die SDA dies getan, das Missverständnis wäre schnell geklärt – die Medien aber heute Morgen um eine knallige Schlagzeile ärmer gewesen.

Da die Redaktionen den Inhalt von Agenturmeldungen meist für bare Münze nehmen, watschelte die Migros-Ente munter durch Äther, Internet und Druckmaschinen. «Kahlschlag bei Eigenmarken», titelte zum Beispiel tagesanzeiger.ch und seine Klone in Basel und Bern. Auch der Tages-Anzeiger berichtet in einer Kurzmeldung darüber, sich auf SDA und seine Online-Schwester berufend.

Aufklärung brachte dann DRS4News, der Nonstop-Nachrichtensender von Radio DRS. Migros-Sprecher Naef sagte dort in einem längeren Gespräch: «Da handelt es sich um eine Falschmeldung.» Das hielt jedoch denselben Sender nicht davon ab, um 11.30 Uhr in den Nachrichten noch einmal ebendiese Falschmeldung zu wiederholen.

Bereits zuvor hatte sich Naef via Kommentar auf tagesanzeiger.ch direkt an das Publikum gewandt und festgehalten:

Wir können alle Migros-Kundinnen und -Kunden beruhigen: Die Stärke der Migros sind ihre Eigenmarken und die werden NICHT verschwinden! Lediglich in der WERBUNG werden wir nicht mehr alle Migros-Eigenmarken bewerben sondern nur noch die12 - 14 bestens am Markt etablierten. Urs Peter Naef, Mediensprecher MGB

Trotz dieser Richtigstellung empören sich Leserinnen und Leser weiterhin über den angeblichen «Kahlschlag» bei den Migros-Eigenmarken.

Inzwischen haben auch die Redaktionen reagiert und den Sachverhalt korrekt dargestellt. Doch im Netz bleibt die Falschmeldung dutzendfach hängen. Denn trotz der Richtigstellung lassen die Online-Redaktionen die ursprüngliche Falschmeldung stehen. Auf Klickmagneten verzichtet man nur ungern, egal ob deren Inhalt stimmt oder nicht.

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Schrott im Netz

12. Dezember 2008, Muetz  ·  1 Kommentar

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Nicht sehr sensible Bildauswahl von TagiBernerZeitungQualitätsbundusw.: Ein nettes Schrottplatzbild hätte es meiner Meinung nach auch getan, um die Krise der US-Autoindustrie zu illustrieren; aber muss es denn gleich eine Aufnahme sein von einem Unglücksfall mit 13 Toten und über 100 Verletzten? Kommen jetzt die Tsunami-Bilder für Krisen im Tourismus?

Im Text ist dann noch die Rede vom «Blutbad an den Börsen» – was zum Glück nicht der Hauptpunkt des Artikels ist. Nicht auszudenken, wie das bebildert worden wäre.

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Löblich, aber leider nicht mehr.

12. Dezember 2008, Nick Lüthi  ·  Keine Kommentare

Heute wird in Bern ein Komitte «Rettet den Bund» an die Öffentlichkeit treten. Personen des öffentlichen Lebens, darunter «Züri West»-Frontmann Kuno Lauener, Medienprofessor Roger Blum, sowie Parteiprominenz aus SP, SVP und BDP wollen sich für den «Bund» einsetzen. Konkreteres liess sich auf der Webseite des Komitees nicht in Erfahrung bringen. [mehr dazu nach dem ersten Auftritt des Komitees].

Bern ist erwacht. Endlich, möchte man aufatmen. Aber leider zu spät. Die Würfel sind gefallen. Der Protest dagegen ist löblich, wird aber wohl wenig ändern an der Situation. Es sei denn, jemand bringt 3,5 bis 5 Millionen Franken pro Jahr auf. Oder es finden sich 10-15′000 Neuabonnenten. Das muss ein frommer Wunsch bleiben, denn das Potential ist ausgeschöpft. In Bern hat es nach gängiger Rechenart eines modernen Medienunternehmens höchstens Platz für eineinhalb Zeitungen. Und demnächst vielleicht nur noch für eine.

Tamedia hat am 1. Dezember bekanntgegeben, die kleinere ihrer beiden Berner Tageszeitungen habe ohne redaktionelle Zusammenarbeit keine wirtschaftliche Zukunft mehr. Was heisst: Der «Bund» muss massiv Federn lassen, und das mit einer Redaktion, die schon heute nur noch Dreiviertel des Blattes im Alleingang bestreiten kann; der Sport, ein Opfer früherer Sparmassnahmen, liefert bereits die grosse Schwester BZ. Konkret geht es nun darum, die verbleibenden Journalistinnen und Redaktoren entweder in den Tages-Anzeiger oder die Berner Zeitung zu integrieren. Bei der ersten Lösung gäbe es weiterhin zwei Zeitungen in Bern, im zweiten Fall aber bliebe nur noch eine, wie auch immer geartete, neue BZ mit einverleibtem «Bund»-Rest.

Protest wird es schwer haben, weil es hier nicht um den «Bund» alleine geht. Der Traditionstitel ist nur ein Rädchen im ganzen Getriebe der fünf Tamedia-Tageszeitungen, wovon alle zusammen neu aufgestellt werden. In diesem Mecano hat der «Bund» schlechte Karten. Wirtschaftlich erfolglos seit Jahren, publizistisch nur noch ein Schatten dessen, was die Zeitung einst hätte sein sollen (die «Washington Post» der Schweiz neben der «New York Times» alias NZZ). Wirtschaftlich immer nur knapp über Wasser trudelt die Zeitung seit mehr als zehn Jahren von Sparübung zu Sparübung. Was die arg dezimierte Belegschaft noch liefert, beeindruckt zwar, vermag aber auch nicht über die sparbedingten Mängel hinwegzutäuschen.

Eine hausgemachtes Dilemma des «Bund» ist seine politisch-publizistische Ausrichtung, die in den letzten Jahren wieder stärker in Richtung mitte-rechts gerückt ist, vor allem im Lokalteil. Zumindest nehmen linke Leser dies in «ihrer» Zeitung so wahr. Sie lesen den «Bund» nunmehr vor allem deshalb, weil für sie die BZ mit ihrem deklarierten Rechtskurs* ein No-Go ist. Neben der BZ hätte es im traditionell rot-grünen Bern durchaus Platz für eine Berichterstattung, die auf die andere politische Seite lehnt. Für solche Kurskorrekturen ist es aber nun wohl zu spät. Ebenso werden moralische Appelle bald ungehört verhallen. Tamedia beherrscht das Geschäft mit Zeitungen und Zahlen zu gut, als dass sie sich von Protest beirren liesse.

Deshalb sollte jetzt die Suche nach Alternativen losgehen zur Monopolzeitung , die auf dem Platz Bern mit grosser Wahrscheinlichkeit kommen wird. Vor allem auf diese Frage wünsche ich mir von diesem Komitee Antworten. Den «Bund» retten zu wollen, verdient jede Unterstützung, das ist klar. Doch die Signale stehen– für alljene, die sie sehen wollen – auf Untergang. Deshalb müssen wir den Blick nach vorne richten. Ein Spendenkonto hat das Komitee eingerichtet und die 50 Millionen Dollar, die Barack Obama im Wahlkampf mehrheitlich online gesammelt hat, zum Vorbild erklärt. Geld macht vieles möglich. Und heute muss eine neue Zeitung nicht mehr zuerst eine Druckerei bauen. Es gibt andere Wege.

P.S. Was geschieht eigentlich mit den Rechten an der Marke «Der Bund», wenn die Zeitung eingestellt wird?

*BZ-Chefredaktor Michael Hug: «Wir versuchten uns aus dem linksliberalen Mainstream herauszubewegen, indem wir uns gegen rechts öffneten.»

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Bei den Welschen gibts was gratis

8. Dezember 2008, Muetz  ·  Keine Kommentare

… und zwar bei «24 heures» täglich eine Tranche des letzten Abenteuers des Mannes, der schneller zieht als sein Schatten.

Wo wir schon bei Comics sind: Ich glaube, Andreas Gross wars, der die Wahl vom 12. Dezember kritisiert hat als eine Wahl zwischen Fix und Foxi; auf Französisch nach Hergé ist das wohl korrekt so ausgedrückt:

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Kein Wunder von Bern

1. Dezember 2008, Nick Lüthi  ·  2 Kommentare

«Der Bund hat ohne redaktionelle Zusammenarbeit wirtschaftlich keine Perspektiven», teilt Tamedia mit. Bis Mitte 2009 entscheidet die Zürcher Besitzer, ob sie die Traditionszeitung als Berner Ausgabe des Tages-Anzeigers neu aufstellt, oder mit der Berner Zeitung zu einem neuen Titel formt. Bund-Leseserinnen und -leser dürfen fürs Erste noch mal Aufatmen. Erstens kommt der Exitus nicht subito, ein halbes Jahr lang dürfen wir den «Bund» noch so geniessen, wie wir ihn kennen. Zweitens hat das Modell «Berner Tages-Anzeiger» Vorrang. Erst wenn sich zeigt, dass sich diese Form der Zusammenarbeit nicht rechnet, kommt das ultimative Einheitsbreiszenario «BZ frisst Bund» zum Zug.

Doch wie man es auch dreht und wendet, das Ergebnis bleibt dasselbe. Beim Bund steht bis Mitte 2009 ein massiver Stellenabbau an und das Ende der redaktionellen Eigenständigkeit wurde mit dem heutigen Vorentscheid endgültig besiegelt.

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Daumenschrauben für Politiker

1. Dezember 2008, Muetz  ·  1 Kommentar

Der Wahlkampf und also das amüsanteste Ritual der Demokratie ist vorbei, jetzt gibts wieder für dreieinhalb Jahre nur wenig zu lachen. Wem die Wahl bzw. Nichtwahl zu wenig Lohn der Wahlkampfmühen war, kann seinen Preis bei der Daumenschraube, einem frischen (Berner?) Blog, abholen, zum Beispiel den:

Den Integrationspreis “Politiker trotz allem” gewinnt Stephan Hügli mit seiner grandiosen Kampagne “mein unsichtbarer Freund, der Bär”. Erinnert sich noch jemand an ‘My friend Harvey’? Das Theaterstück um den Mann, der als einziger einen riesigen, weissen, sprechenden Hasen sehen und hören kann? Genau so kam Hügli jeweils rüber, wenn er sich mit einem plüschigen Bären im Hintergrund ablichten liess. Dazu der immer leicht gequälte Blick, nicht nur die Fotos, sondern der ganze Wahlkampf von einer geradezu erratischen Statik geprägt… fantastisch.

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