unabhängig und trivial

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Abt. treue Abonnenten

30. November 2008, Nick Lüthi  ·  1 Kommentar


«Seit fünfzig Jahren ist das Ehepaar auch Abonnent des Emmenthaler-Blattes.»

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Im Aargau ist man besessen…

24. November 2008, Nick Lüthi  ·  2 Kommentare

…von der Idee, dass es demnächst in Bern nur noch eine Tageszeitung geben wird. Zum zweiten Mal innerhalb einer Wochen taucht dieses Szenario prominent im «Sonntag» der AZ Medien auf. Gestern als Titel eines Interviews mit Medienrechtler Peter Studer, der sich not bene zu allem möglichen geäussert hat. Aber über dem Gespräch stand dann zu lesen: «Bald nur noch eine Tageszeitung in Bern». Die Woche zuvor hiess es an selber Stelle: «Lässt Tamedia den Bund fallen?».

Was treibt wohl die Aargauer an, sich so intensiv mit der Berner Traditionszeitung zu befassen? Ist es immer noch die Kränkung, beim Verkauf von Espace Media gegen Tamedia den Kürzeren gezogen zu haben? Oder hat es mit dem Autor der beiden Texte zu tun, der mit dem «Bund»-Chefredaktor einst privat im Streit lag? Wir wissen es nicht.

Zurück zu den Fakten: Dass der «Bund» nach 160 Jahren verschwinden könnte, ist durchaus ein mögliches Szenario, das in der Chefetage von Tamedia derzeit (und schon seit Monaten) diskutiert wird. Entschieden ist aber noch nichts. Konzernchef Martin Kall hat jüngst klar gemacht, dass es keine Lösung mit einem Tagi-Mantel für den «Bund» gebe. Aktuell stehe ein «Ein-Zeitungs-Modell für Bern» im Vordergrund der Überlegungen. Ob der verbleibende Titel dann «Bund», «Berner Zeitung» oder gar «Berner Gazette Bund» heisst, weiss noch niemand.

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Der altmodische Medienmonopolist

21. November 2008, Nick Lüthi  ·  Keine Kommentare

Heute hatte ich die Gelegenheit, mit dem Medienmonopolisten der Zentralschweiz zu reden. LZ-Medien-CEO Erwin Bachmann gebietet in Luzern über Zeitungen, Druckereien, Radio und neu auch übers Fernsehen. Bachmann gibt sich in erfrischender Weise altmodisch, in einem Geschäft, wo sonst vielerlei Trends, Newsrooms und All-Media-Konzepte in den Köpfen der Medienmanager rumspuken. Ein Credo Bachmanns lautet: «Wir sind nicht Schraubenhersteller und auch keine Medienfabrik.» Das macht zwar die NLZ noch lange nicht zu einer Qualitätszeitung und auch das Online-Portal zisch.ch wird damit nicht besser. Trotzdem geniesst die Publizistik beim obersten Chef einen hohen Stellenwert. Man darf sich nun ausmalen, wie die Innerschweizer Medienlandschaft aussähe, wenn ein Zahlenmensch auf dem Posten sässe…

Die Haltung kann sich  Bachmann leisten. Denn erstens wird er nicht bedrängt, im Süden schützt der Gotthard vor Konkurrenz, im Osten die Mehrheitsaktionärin NZZ und im Norden kooperiert man mit AZ und BaZ bei Inseraten und Druck, vom Berner «Bund» schliesslich stammen Texte für die NLZ. Und zweitens ist das Geschäft der LZ Medien breit abgestützt, u.a. mit Druckereien, die für einen Grossteil des Geschäfts besorgt sind. Anders als viele andere Medienhäuser muss Bachmann in der aktuellen Finanzkrise nicht aufs Bremspedal stehen und Stellen streichen. Das sei nicht vorgesehen. «Dann gibts halt weniger Gewinn als 2007», sagt er gelassen.

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Geschenkidee

20. November 2008, Muetz  ·  Keine Kommentare

Weihnachten rückt näher, die Verlage senden den Mitarbeitern wieder Briefe, die irgendwo die Worte «Lage», «bedauern» und «Schritt» enthalten und mit «wünschen Ihnen für Ihre Zukunft alles Gute» enden – wieder mal Zeit also, sich über Weihnachten Gedanken zu machen.

Die ultimative Geschenkidee wird im Newsnetz propagiert: Die «ultimative Trading-Maschine»! Ich hatte noch keine Gelegenheit, dieses Gerät ausgiebig zu testen, kann auch nicht ausschliessen, dass gerade  global ein gross angelegter Test mit durchzogenen Ergebnissen läuft. Aber ich hoffe mal, die neueste Version ist mit Anlage-Zufallsgenerator ausgestattet. Womit uns das Christkind die Lösung der sog. Finanzkrise näher brächte.

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Abt. zum runden Leder

19. November 2008, Nick Lüthi  ·  Keine Kommentare

Offiziell feiern wir heute den Tag der Toiletten, doch ein Blick in den Blätterwald lehrt uns eines Besseren, wie folgende aktuellen Schlagzeilen von NEWS, .ch und bazonline.ch zeigen:

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Abt. Näher zum Leser

18. November 2008, Nick Lüthi  ·  2 Kommentare

Da heisst es doch immer, die Zeitungen schrieben an ihrem Publikum vorbei. Näher an die Leser geht man  bei der Berner Zeitung. In der Rubrik Tasten_Test, die sowohl online als auch auf Papier erscheint, schreibt Gastautor Samuel Indermühle konsequent auf Berndeutsch. Einen Trend konnte die BZ damit aber noch nicht setzen, auf einen Frontaufmacher in Dialekt haben wir bisher vergeblich gewartet.

Dass Beiträge in Dialekt nicht zwingend zum Erfolg führen, zeigt der «Bund», wo seit Jahrzehnten eine «Mundart»-Kolumne erscheint. Ob diese dem Blatt zusätzliche Leser gebracht hat, ist nicht bekannt, muss aber ernsthaft bezweifelt werden.

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Überleben in der Moderne

18. November 2008, Muetz  ·  Keine Kommentare

Wenn man solche Zettel sieht beim Warten auf den Lift im vierten Stock, dann überlegt man sich nicht lange, was wohl mit «bündig» gemeint sein könnte. Oder was droht, wenn ers nicht ist. Man kontrolliert dann vor dem Eintreten vorsichtshalber erst mal, ob genannter Boden vorhanden ist. Ist mir wenigstens so ergangen.

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Quick and dirty

16. November 2008, Nick Lüthi  ·  Keine Kommentare

Das weltweite Netz ist schon eine praktische Erfindung. Da kann, wer will, einfach mal munter drauflostippen und das Zeugs danach auch noch veröffentlichen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Fakten oder Rechtschreibung stimmen. Solange das Amateure tun – kein Problem damit. Plaudern dürfen schliesslich alle.
Wenn aber Profis – und als solche bezeichne ich vorderhand noch Redaktorinnen und Redaktoren – auf besagtes Amateurniveau absacken, dann muss ich allmählich die Existenzberechtigung von gewissen professionellen Nachrichtenangeboten in Frage stellen. Wie z.B. von jenem, das die Hallenfussballdisziplin «Futsal» im Titel eines Artikels nicht richtig schreiben kann.

Wenn es sich herbei um einen Einzelfall handeln würde, hätte ich nicht in die Tasten gegriffen. Aber die Schlamperei hat leider System. Es sind nicht die Fehler an sich, die mich stören, sondern vielmehr die Tatsache, dass sie auch noch nach Tagen unkorrigiert bleiben – nota bene in einem Online-Medien, wo sich bereits veröffentlichte Texte problemlos und jederzeit ändern lassen.

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Abt. Bedrohte Gazetten

14. November 2008, Nick Lüthi  ·  6 Kommentare

Untergangspropheten haben in diesen Tagen Hochkonjunktur, zumal dann, wenn ihre Prognosen die Medien betreffen. Und so falsch liegen sie für einmal gar nicht, die Kaffeesatzleser, denn die Spirale dreht schon: Finanzkrise, Inseratekrise, Sparen, Entlassen.

Während in der Westschweiz und in Zürich der Sparhammer bereits niedergesaust ist, blieb es in Bern bisher ruhig. Doch wie lange noch? Im aktuellen Media Trend Journal steht Besorgniserregendes: «Der ‘Bund’ hat sowohl beim Einzelverkauf, als auch bei den Abos prozentual am meisten verloren». Konkret: Rückgang der gesamten verbreiteten Auflage seit 2005 um zehn Prozent, die verkaufte Auflage schrumpfte im gleichen Zeitraum sogar um 14 Prozent. «Der ‘Bund’ kommt unter diesen Voraussetzungen bei seinem neuen Besitzer immer stärker unter Druck. Angesichts der düsteren Wirtschaftsaussichten dürfte es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis die Tamedia hier zum Kahlschlag ansetzt», prognostiziert Ueli Custer.

Ein Kollege will gar gehört haben, dass der Einstellungsentscheid unmittelbar bevorstehe. Solches wird in der Branche seit Jahren herumgeboten. Aber wie wir wissen, leben Totgesagte länger. Da halten wir uns doch lieber an die offizielle Sprachregelung von Tamedia, der Besitzerin des «Bund», wonach Ende Jahr mit ersten Ergebnisse der vertieften Überprüfung ihrer fünf abonnierten Tageszeitungen vorlägen. Mit konkreten Veränderungen bei «Bund», Berner Zeitung, Tages-Anzeiger, Landbote und Thurgauer Zeitung sei jedoch erst im kommenden Jahr zu rechnen. Hoffen wir, dass Tamedia die richtigen Schlüsse zieht und beim «Bund» nicht zum Kallschlag ansetzt.

P.S. Nur schon deshalb darf der «Bund» nicht untergehen.

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Schweden hat Günther, wir haben Ralph

13. November 2008, Nick Lüthi  ·  Keine Kommentare

Trotz seines Aussehens gehört Günther zu den erfolgreichsten Poppmusikern Schwedens.

Günther

Günther

Wegen seines Aussehens zählt Ralph Martens hierzulande nicht zu den erfolgreichen Schlagersängern.

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